Der Lemgoer Schulkonflikt in den 50er Jahren hat Spuren hinterlassen

Aus der Geschichte kann man lernen, ja man muss Lehren aus der Geschichte ziehen. Davon waren nach Ende der Nazi-Diktatur auch Lehrerinnen und Lehrer überzeugt. Allerdings längst nicht alle. Viele wollten einfach vergessen und ihre eigene Beteiligung an der Diktatur nicht mehr thematisieren. So auch in Lemgo. Am EKG wurde der Schulleiter und engagierte Demokrat Ernst Werner weggemobbt und durch Wilhelm Kemper ersetzt, der eine beachtliche Nazi-Karriere hinter sich hatte.

Vor diesem Hintergrund sind zwei Exemplare eines Buches zu der exemplarischen Bedeutung dieses Lemgoer Schulkonflikts der Karla-Raveh-Schule als Dokument zur Demokratieerziehung übergeben worden.

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Auch in Lemgo beeindruckendes Zeichen für Demokratie und Vielfalt

Am Samstag, den 27. Januar – bezeichnenderweise am Tag der Befreiung des KZs Auschwitz – kamen mehr als 2000 Menschen vor dem Lemgoer Rathaus zusammen, um mit Nachdruck für Demokratie und Vielfalt zu demonstrieren. Dazu hatte das Bündnis „Lemgo hält zusammen“ aufgerufen. Alle Wortbeiträge wurden immer wieder durch unterstützenden Beifall unterbrochen. Unter den Rednern waren Bürgermeister Marcus Baier, der Geschäftsführer des Innovation Campus Lemgo, Joachim Höper, der Schülersprecher Lemgos, Daniel Ridderbusch, und Detlef Höltke vom Verein „Stolpersteine und Frenkelhaus“. Pastorin Ulrike Bell moderierte die Kundgebung, die mit der „Umarmung“ des Rathauses und der Kirche St.Nicolai in einer langen Menschenkette endete.

Die bewegendste Rede hielt Pfarrer Matthias Altevogt. Er erinnerte daran, wie 1942 die letzten 22 Juden, darunter Karla Raveh mit ihrer Familie, genau von diesem Lemgoer Marktplatz mit einem Bus ins Konzentrationslager gebracht wurden. Pastor Altevogt wurde konkret mit seiner Forderung nach Mut und Zivilcourage:

„Wenn eine Diktatur sich durchsetzen will, kann es nur geschehen, wenn die Mehrheit mitmacht oder es geschehen lässt. Wenn Du Feuerwehrmann bist und jemand sagt: „Wir wollen Synagogen, Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte anzünden. Du sollst nur die Nachbarhäuser schützen.“, dann sage: „Ich rette jeden und schütze jedes Haus.“ Wenn du Polizist bist und jemand sagt: „Heute jagen wir Flüchtlinge, guck weg.“, dann sage: „In unserer Stadt wird niemand gejagt.“ Wenn du Arzt oder Pfleger bist und jemand sagt: „Den behandelst du nicht.“, dann sage: „Ich behandle jeden.“ Wenn du in der Verwaltung arbeitest und den Bus für die Deportation bestellen sollst, dann sage: „Nein, ich halte mich ans Grundgesetz.“ Wenn du Mensch bist und jemand sagt: „Den machen wir jetzt fertig.“, dann sage: „Jeder Mensch ist meine Schwester und mein Bruder. Ich stelle mich an seine Seite.“

Im Namen der Initiative „Lemgo hält zusammen“ betonte Pastorin Bell, dass im Laufe des Jahres weitere gemeinsame Aktionen für Demokratie und Vielfalt geplant seien.

Der Lemgoer Initiative können weitere Bürgerinnen und Bürger, Gruppen, Vereine und Unternehmen beitreten und sich engagieren, z.B. auch mit eigenen Beiträgen und Vorschlägen. Hier bietet das Bündnis „Lemgo hält zusammen“. online die Möglichkeiten dazu.

Künstliche Intelligenz – eine Aufgabe für uns alle

Seitdem Texte in Schulen und Beruf über eine Anwendung der künstlichen Intelligenz (KI ) verfasst werden können, wird über die Fragen der Bewertung solcher Texte, auch über Fragen der Urheberschaft stärker öffentlich diskutiert. Im Alltag werden hochkomplexe Navigationssysteme bereits von vielen benutzt, wie z. B. „Google-Maps“ im eigenen Auto oder auch für Übersetzungsanwendungen in nahezu allen (Fremd-) Sprachen. Der Weiterentwicklung scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein.

Was macht die künstliche Intelligenz mit uns, vielleicht ohne dass wir es selbst entscheiden? Was machen wir mit der sich immer weiter entwickelnden künstlichen Intelligenz – vielleicht zu unserem eigenen Vorteil? Zwischen diesen Grundsatzfragen diskutierten in angeregter Neugier viele Interessierte im Wippermann-Haus der Volkshochschule Detmold-Lemgo. Die Veranstaltung wurde mit Beispielen der Fähigkeiten verschiedener KI-Systeme veranschaulicht. Zwei absolute Experten, Dr. Basil Ell und Dr. Daniel Mahrenholz zeigten und erläuterten an Beispielen die Fähigkeiten, aber auch die Grenzen und Fehleranfälligkeiten in verschiedenen Situationen und Anwendungsfeldern. Unter der Moderation von Elisabeth Webel wurden schnell viele problematische Seiten dieser phänomenalen Entwicklungen angesprochen. Weiterlesen…

Krieg und Frieden: Die Diskussionen gehen weiter

Die Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte (LGPZ) fragt nun in einer zweiten „Politik am Samstagvormittag“-Veranstaltung die Bundestagsabgeordneten Christian Sauter (FDP) und Christian Haase (CDU) nach ihren Vorstellungen einer Sicherheits- und Friedenspolitik in Zeiten des Krieges in Europa.

Mitglieder und Gäste sind herzlich eingeladen, am Samstag, den 16.September ab 10:00 Uhr in Cafe Vielfalt (Lemgo, Mittelstraße 6) mitzudiskutieren.

Es können auch vorweg schon Fragen gestellt werden.

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