Gedanken zur Europawahl und zum Klimawandel

Talea, Ole und Laura von der Lemgoer Fridays-for-future-Gruppe

Die „Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte“ hat kurz vor der Europawahl 2024 im AWO-KastanienHaus in Lemgo einen „Europa-Aktionstag“ veranstaltet, um insbesondere junge Menschen nach ihren Vorstellungen für eine zukunftsgerichtete Politik in Europa zu befragen. Machen die Ergebnisse der Europa-Wahl in Lippe engagierten jungen Menschen Hoffnung? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gesprächs von LGPZ-Vorstandsmitglied Rolf Eickmeier mit Talea, Ole und Laura von der Lemgoer Fridays-For-Future-Gruppe.

Auch in Lippe viele Stimmen für die AfD

Die CDU erhielt in Lippe knapp 29 Prozent, die SPD gut 19 und die AfD knapp 17 Prozent. Danach folgen die Grünen mit gut 11 Prozent und die FDP mit knapp sechs Prozent.  Auffällig in Lippe: mit 16,55 Prozent ist die AfD OWL-weit am stärksten. Ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zur Europawahl 2019 in Lippe – so weit die Zahlen.

Auch die Ergebnisse der sogenannten „Juniorwahlen“, die für die Jahrgänge 5 bis 11 in den Schulen oder auch in Jugendzentren vorbereitet wurden und unter realen Bedingungen durchgeführt werden konnten, haben in den nordlippischen Gemeinden Extertal, Barntrup und Dörentrup sogar eine Mehrheit für die AfD erbracht. ( Ergebnisse hier. )“Wie kann das sein? Ist das nicht sehr bedenklich,“ wollte Rolf Eickmeier wissen.

Ole, Talea und Laura vermuten, dass insbesondere Jugendliche damit provozieren wollten. „Sie haben das nicht ernst gemeint“, sind sie überzeugt. Sie erleben in ihrem Umfeld, dass die große Mehrheit der Jugendlichen die europäische Idee gut findet. Aber vielleicht gebe es in den Schulen doch nicht genügend „motivierende Erlebnisse“ im Zusammenhang mit den Zielen und Vorteilen der EU.

Sicher gebe es auch bei den älteren Wählerinnen und Wählern einige, die aus Frust mit der etablierten Politik die AfD wählten. Aber gerade bei AfD-Anhängern sei die Leugnung und Verdrehung der Wirklichkeit schon krass. Bei einer Wahlveranstaltung der AfD im Lemgoer Lippegarten kurz vor der Europawahl sei dort in Gesprächen mit AfD-Anhängern zum Beispiel der Klimawandel geleugnet worden oder sogar behauptet worden „Hitler war links“. Zuwanderung sei von übel und auch die EU. Solche „verblendeten Einstellungen“, über die sich dann auch nicht diskutieren ließe, seien doch erschreckend, fanden die jungen Leute.

Zu wenige Jugendliche beim Europa-Aktionstag der LGPZ erreicht

Eine Gruppe der Lemgoer FFF-Gruppe habe an dem Europa-Aktionstag im KastanienHaus teilgenommen, weil für sie klar sei, dass grundlegende politische Maßnahmen zum Klimaschutz nur auf gemeinsamer europäischer Ebene verwirklicht werden können. Deshalb ist die Wahl zum Europäischen Parlament so wichtig gewesen. Nur wenn alle Abgeordneten merken, dass sehr viele Menschen die geplanten Maßnahmen des „Green Deal“ unterstützen, sei der lebensgefährliche Anstieg der Temperaturen zu begrenzen.

In der LGPZ-Veranstaltung allerdings sei zu viel und zu allgemein über die Vorteile Europas gesprochen worden, meinten die drei jungen Leute. Davon müssten sie zum Beispiel nicht zum wiederholten Mal überzeugt werden. Sie selbst seien mit ihren weitergehenden Überlegungen zu wenig zu Wort gekommen. Die gewünschte Beteiligung junger Menschen sei beim LGPZ-Europa-Aktionstag“ nicht wirklich gelungen.

Aktiv für´s Klima – bei uns und überall

Talea, Ole und Laura wollen weiterhin in der Lemgoer Fridays For Future-Gruppe aktiv sein, sich auch am bundesweiten FFF-Sommerkongress in Halle beteiligen, in dem über zukünftige Aktionen und Strategien beraten werden soll. Es komme nicht nur in Lemgo darauf an, viele Menschen zum Mitmachen und zum Engagement für den Klimaschutz zu bewegen. Es gebe – auch in der Schule oft – die Haltung, Klimaschutz als wichtig zu bezeichnen, aber selbst passiv zu bleiben und andere machen zu lassen.

Gelegenheit zum Mitmachen gebe es am 20. September, an dem zu einem deutschlandweiten Klimastreik aufgerufen werde. Um die Lemgoer Gruppe zu unterstützen, wurde auf die Kontaktmöglichkeiten per WhatsApp hingewiesen und die E-Mail-Adresse genannt: lemgo@fridaysforfuture.is So erfährt man auch, wann sich die Gruppe im Gemeindehaus St.Marien trifft. Hier die FFF-Internetseiten.

LGPZ-Veranstaltungen zu Energiewende und Klimaschutz

Als Vertreter der Lippischen Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte (LGPZ) wies Rolf Eickmeier darauf hin, dass es in letzter Zeit einige öffentliche Fachveranstaltungen zur Energiewende und zum Klimaschutz gegeben habe und dass das dies auch weiterhin ein Schwerpunkt der LGPZ bleibe. Wünschenswert sei dabei ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch mit der Lemgoer FFF-Gruppe.

Die LGPZ hat bereits 2019 in dem Beteiligungsprojekt „europa-mein-dein-unser“ begonnen, jungen politisch interessierten Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihre Fragen und Anregungen an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu richten. Informationen dazu auf der Online-Plattform zum Projekt. Das Motto lautet: „Jugendlichen eine Stimme geben“.

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