Die Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte sieht mit Sympathie das Engagement junger Leute in der Politik. Themen und Veranstaltungen sind durchaus auch an diese Zielgruppe gerichtet.

Deshalb wurde die Teilnahme von Esther M. Franke – zurzeit Studentin der Kulturwissenschaften in Frankfurt/Oder – an den “G8/G20-Youth Summits” in Washington DC mit einem finanziellen Zuschuss unterstützt. Esther M. Franke stammt aus Lemgo und war dort u.a. in kirchlichen Projekten engagiert und aktiv bei SPD und Jungsozialisten. Sie hat nach entsprechenden Auswahlverfahren und Vorbereitungen in Washington die Rolle einer deutschen Außenministerin übernommen.

Zur Jahreshauptversammlung der Lippischen Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte 2013 schickte sie folgenden Bericht:

Istanbul, 27.4.2013 (Aufenthalt im Rahmen eines Erasmus-Auslandssemesters)

Dank für die Unterstützung meiner Teilnahme an den G8/G20 Youth Summits in Washington DC

von Esther M. Franke

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr gerne wäre ich auf Ihre Einladung hin zu Ihrer Jahreshauptversammlung gekommen, um von meinen Erfahrungen bei den G8/G20 Youth Summits in Washington, DC im Juni 2012 zu berichten und um mich persönlich sehr herzlich für Ihre Unterstützung zu bedanken. Da ich mich aber gerade für ein sechs monatiges Auslandsstudium im Zuge des EU-Erasmus-Programms in Istanbul befinde, kann ich leider nicht in Lippe sein. Ich wollte mir aber wenigstens die Gelegenheit nicht nehmen lassen, Ihnen schriftlich zu danken.

Meine Teilnahme als deutsche Außenministerin an den G8/G20 Youth Summits liegt jetzt zwar schon fast ein Jahr zurück, aber ich habe die Erlebnisse keineswegs weit nach hinten in mein Gedächtnis verdrängt. Viele Ereignisse, Erfahrungen und vor allem auch Bekanntschaften haben den Rest des Jahres geprägt und hatten erhebliche Auswirkungen auf mein Leben. Die Möglichkeit, in einem Umfeld von anderen politisch engagierten internationalen Studierenden meine Meinungen zu bilden und zu vertreten, manches neu zu überdenken und in vielem bestärkt zu werden, war einzigartig und sehr wertvoll.

Nach einer intensiven Vorbereitung mit der deutschen Delegation, haben wir eine Woche lang ausgiebig und teilweise fast ohne Pause diskutiert, um am Ende ein Final Communiqué, also ein Positionspapier, dem alle Anwesenden zustimmen konnten, zu haben. In meiner G8-Kommission zur Außenpolitik haben wir den Arabischen Frühling, die Ereignisse in Syrien und den israelischpalästinensischen Konflikt in einem großen Block und die Situation der Menschenrechte weltweit, was ein besonderes Anliegen von mir war, in einem zweiten Block diskutiert. Hier haben wir uns auf Kinder- und Frauenrechte und die Rechte der LGBT (Lesbian-Gay-Bisexual-Transgender) Community konzentriert. Mir war es dabei besonders wichtig, für ein engagiertes, aber friedliches und tolerantes Eintreten zu plädieren. Die „junge Stimme“ der G8 sollte für Demokratie Solidarität, Toleranz und Frieden stehen.

Vor und während der Verhandlungen habe ich neben sehr viel Inhaltlichem natürlich auch viel über politisches Handwerk gelernt. Wir hatten zum Beispiel die Möglichkeit, die Deutsche Botschaft zu besuchen und dort Herrn Knut Abraham, einen Sektionsleiter, zu seiner Arbeit „ausfragen“ zu können. Interessant waren natürlich auch die Socialising-Events, aber die Arbeit in den Kommissionen stand immer im Mittelpunkt. Ich habe versucht (und bin der Überzeugung, dass es mir gut gelungen ist), in Washington sozialdemokratische Werte zu vertreten.

Wenn wir uns auch nicht der Illusion hingeben sollten, dass unser Communiqué an sich etwas verändern kann, obwohl es an Ministerien verschickt wurde, so sind doch die Gespräche und Diskussionen unter uns von großem Wert für alle gewesen. Ein besonderer „Mehrwert“ für mich ist die Bekanntschaft und mittlerweile Freundschaft mit dem amerikanischen „Secretary of State“ aus meiner Kommission: Durch ihn bin ich dazu gekommen, von September bis November in Portsmouth, New Hampshire im Wahlkampfteam von Barack Obama mitzuarbeiten und zu seiner Wiederwahl beitragen zu können!

Die Summits und die damit im Zusammenhang stehenden weiteren Ereignisse haben mich weiter motiviert, mich in der SPD und anderswo für gerechte und gute Politik einzusetzen und besonders dazu beizutragen, eine zukunftsfähige und bessere EU zu „bauen“. Meine Teilnahme an den Summits war für mich in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere und äußerst gewinnbringende Zeit und ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen, dass Sie mir geholfen haben, diese Erfahrungen machen zu können!

Mit freundlichen Grüßen
Esther M. Franke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.